Amazon Echo oder Google Home?

Google Home versus Amazon Echo
Google Home versus Amazon Echo

Das Internet der Dinge ist bereits seit einiger Zeit ein großes Thema. Dieser Begriff beschreibt die Tatsache, dass der Computer als Gerät immer weiter in den Hintergrund rückt und mehr und mehr intelligente Gegenstände seinen Platz einnehmen. Solche Gegenstände können Wearables sein, also Kleidungsstücke mit integrierten Minicomputern und Sensoren, oder eben stark auf dem Vormarsch befindliche Smart Home Geräte, wie intelligente Steckdosen, Beleuchtung oder Thermostate.

Noch werden die meisten Smart Home Geräte über Apps auf dem Smartphone gesteuert. Geht es jedoch nach Amazon und Google, sollen diese Aufgaben in Zukunft persönliche virtuelle Sprachassistenten übernehmen.

Diese Assistenten sollen aber noch sehr viel mehr können. Sie sollen Fragen beantworten, Informationen aus dem Internet bereitstellen, Musik abspielen, Taxis, Essen und Produkte bestellen, Bücher vorlesen und noch jede Menge mehr. All diese Aufgaben sollen komplett mit der Stimme gesteuert werden können und auf Zuruf ausgeführt werden. Ein Display benötigen diese Sprachassistenten nicht.

Der erste dieser Sprachassistenten war der Amazon Echo, der in den USA für Prime Mitglieder ab November 2014 erhältlich war und dort überraschend gut angenommen wurde. Wollte man auch in Deutschland einen persönlichen Sprachassistenten wie den Amazon Echo erwerben, musste man bisher leider in die Röhre schauen.

Es wurde zwar schon längere Zeit hinter den Kulissen an einem Echo mit einer deutsch sprechenden Sprachassistentin Alexa gearbeitet, aber die Umsetzung für die deutsche Sprache dauerte eben seine Zeit.

Diese Zeiten gehen nun jedoch so langsam zu Ende.

Denn nachdem solche persönlichen Assistenten immer mehr in den Mittelpunkt rücken und immer mehr Smart Home Geräte auf den Markt kommen, die darauf warten, über solche Assistenten gesteuert zu werden, werden demnächst auch in Deutschland solche Geräte verfügbar sein, die auch der deutschen Sprache mächtig sein werden.

Dabei handelt es sich um die smarten Assistenten Amazon Echo und Google Home.

Google hat bisher auf zwei großen Google Veranstaltungen in diesem Jahr (Google I/O 2016 und Google #madebygoogle) über Google Home gesprochen, das Produkt gezeigt und damit große Erwartungen geweckt.

Aber wer viel gackert, muss auch irgendwann mal ein Ei legen. Deshalb hat Google nun angekündigt, Google Home in den USA am 4. November 2016 zu veröffentlichen. Ein Termin für eine Veröffentlichung in Deutschland ist noch nicht bekannt, doch angeblich soll Google Home hierzulande im Frühjahr 2017 erscheinen.

Wer auf den Amazon Echo setzt muss nicht mehr so lange auf die Veröffentlichung warten. Denn bereits am 26. Oktober 2016 erscheinen in Deutschland sowohl Amazon Echo als auch Amazon Echo Dot.

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In absehbarer Zeit werden also auch in Deutschland persönliche Sprachassistenten in einige Haushalte einziehen. Nun stellt sich natürlich die Frage, auf welches System man setzen soll. Amazon Echo oder Google Home?

In diesem Artikel soll es darum gehen, beide Geräte auf Basis der derzeit zur Verfügung stehenden Informationen miteinander zu vergleichen. Denn wer sich für einen solchen virtuellen persönlichen Assistenten interessiert, muss sich schon sehr bald für eines dieser Systeme entscheiden.

Schauen wir uns die Geräte also einmal etwas genauer an und versuchen sie miteinander zu vergleichen.

Persönliche Sprachassistenten im Video

Um sofort zu verstehen, wie Google Home und Amazon Echo laut deren Herstellern eingesetzt werden sollen, ist es hilfreich, sich zunächst einige Produktvideos anzusehen. Dort stellt man dann schnell fest, dass diese persönlichen Assistenten offenbar die Fähigkeit haben, Menschen glücklich zu machen.

In nahezu allen Produktvideos zu Amazon Echo und Google Home sieht man stets lachende Familien mit Kindern, deren Leben mit den jeweiligen Geräten offensichtlich stark bereichert wird.

Google Home im Video

Die Assistenten schalten dort Lichter an und aus, imitieren Tiergeräusche, erzählen einen Witz, setzen Produkte auf die Einkaufsliste, spielen Musik oder Hörbücher, lesen die Wettervorhersage vor, checken den Kalender oder übersetzen mal eben einen Satz in eine andere Sprache.

Es sieht so aus, als wären die Assistenten dort feste Bestandteile der Haushalte geworden, die täglich für alle möglichen Aufgaben genutzt werden.

Amazon Echo im Video

Zu beiden Geräten gibt es auch noch weitere Produktvideos, die im Grunde genommen meistens das gleiche zeigen. Beurteilt man diese Assistenten nur nach deren Videos, sieht man zunächst keine besonders großen Unterschiede, außer in der Optik der Geräte.

Und tatsächlich ist es so, dass beide Geräte im großen und ganzen die gleichen Funktionen haben und mehr oder weniger für die gleichen Aufgaben verwendet werden können. Sie sollen im Alltag hilfreich zur Seite stehen und bestimmte Dinge auf Zuruf machen können.

Hier soll es aber nun ein wenig mehr ins Detail gehen und die Unterschiede zwischen den Geräten herausgearbeitet werden.

Fähigkeiten

Die Fähigkeiten von Amazon Echo und Google Home ähneln sich stark. Beide Systeme können häufig angefragte Aufgaben erledigen, wie zum Beispiel Witze erzählen, die Wettervorhersage vorlesen, einfache Rechenaufgaben erledigen, Sportergebnisse verkünden, Alarme setzen, den Kalender konsultieren, geographische Informationen liefern, Wörter buchstabieren, Definitionen ausliefern, über Kalorien von Lebensmitteln informieren, Fakten zu Menschen, Daten, TV Shows, Filmen und Musik liefern, Wikipedia konsultieren, Verkehrsinformationen liefern und noch einiges mehr.

Außerdem können beide Systeme Musik von bestimmten Musik Streaming Diensten abspielen und mit definierten Smart Home Herstellern zusammenarbeiten. Über diese Zusammenarbeit mit Smart Home Herstellern können beide Systeme auch bestimmte Geräte kontrollieren. Somit kann man dann per Sprachbefehl das Licht oder bestimmte elektrische Geräte ein- und ausschalten oder die Temperatur von Thermostaten kontrollieren. So weit, so gut.

Skills

Aber Anforderungen verändern sich natürlich im Laufe der Zeit. Hat man sich vielleicht jahrelang morgens dafür interessiert, wie die Verkehrslage auf einer bestimmten Autobahn ist, will man nach dem Verkauf des Autos lieber Bahntickets bestellen können.

Vielleicht hat man auch plötzlich das Kochen als Hobby für sich entdeckt und möchte anstatt der Börsennachrichten nun lieber Informationen über Kochrezepte. Oder man interessiert sich neuerdings für die Ergebnisse einer ganz bestimmten Sportart.

Genau für solche Zwecke hat Amazon die Möglichkeit geschaffen, so genannte Skills zu aktivieren. Mit Skills können Amazon Echo ganz bestimmte Fähigkeiten hinzugefügt werden, die man persönlich gerne nutzt. Das geht ganz einfach über die Amazon Alexa App. Dort sucht man sich einfach die Skills aus, die man gerne benutzen möchte, und aktiviert diese.

Solch ein Skill könnte zum Beispiel ein MyTaxi Skill sein. Hat man diesen Skill aktiviert, könnte man Alexa anweisen, MyTaxi zu sagen, dass man gerne abgeholt werden möchte.

Ist man an Kochrezepten interessiert, könnten man zum Beispiel den Chefkoch Skill aktivieren und Alexa nach dem Chefkoch Rezept des Tages fragen.

Ein weiterer Skill wäre der Skill von Das Örtliche. Mit diesem aktivierten Skill könnte man Alexa zum Beispiel anweisen, Das Örtliche zu fragen, wo man einen Blumenladen findet.

Solche Skills sind extrem nützlich, da sie kontinuierlich die Intelligenz des Amazon Echos erweitern und dabei persönliche Anforderungen berücksichtigen. Diese Skills werden ständig erweitert, so dass der Echo sich immer besser auf die persönlichen Belange anpassen lässt.

Selbstverständlich möchte auch Google mit dem Google Home immer besser werden und sich weiterentwickeln. So werden Entwickler die Möglichkeit bekommen, dem Google Assistant, der auch in Google Home laufen wird, immer neue Fähigkeiten beizubringen. Hier wird also ein sehr ähnlicher Ansatz verfolgt.

Allerdings ist Amazon in dieser Hinsicht Google weit voraus. In den USA stehen bereits über 3000 solcher Skills zur Verfügung und auch zum Start in Deutschland werden bereits einige dieser Skills zur Verfügung stehen.

Gewinner: Amazon Echo

Klang der Lautsprecher

Eine Frage die man immer wieder hört, ist die Frage, ob man mit Amazon Echo oder Google Home auch Musik hören kann, bzw. ob diese Lautsprecher ein HiFi-System ersetzen werden. Da ich keines dieser Geräte bisher selber testen konnte, kann ich über die Audioqualität der Lautsprecher bisher leider keine Auskunft geben, die auf persönlichen Erfahrungen beruht.

Meine Einschätzung ist aber folgende: Natürlich kann man über beide Geräte Musik hören. Dies funktioniert über verschiedenen Musikdienste wie Spotify und Konsorten, genauso wie über TuneIn für Internetradio. Eine HiFi-Anlage mit entsprechenden Boxen werden diese smarten Lautsprecher aber auf keinen Fall ersetzen, noch nicht einmal im Ansatz. Da muss man sich keine Illusionen machen. Alleine schon die geringen Abmessungen dieser beiden Geräte verraten, dass man auf keinen Fall mit einem übermäßig guten Sound rechnen kann.

Ich denke, man kann sich die Audioqualität beider Lautsprecher in ungefähr so vorstellen, wie die Qualität eines gut klingenden Internetradios, das in einer Ecke steht und vor sich hindudelt. Als Radio für Küche und Bad mag das ausreichend sein, zum gepflegten und anspruchsvollen Musikhören im Wohnzimmer aber mit Sicherheit nicht

Man darf auch nicht vergessen, dass wir es bei beiden Systemen nicht mit Stereo-Lautsprechern zu tun haben, sondern nur mit einzelnen Lautsprechern. Dennoch gibt es zwischen beiden Systemen in dieser Hinsicht einige wichtige Unterschiede.

Gewinner: kann nicht beurteilt werden

Multi Room Fähigkeit

Amazon Echo Lautsprecher agieren stets als eigenständige Geräte und können sich nicht untereinander synchronisieren. Man kann also nicht zwei Amazon Echo Lautsprecher als Stereopaar koppeln, so wie man das mit Sonos Speakern machen kann. Genauso wenig kann man einen Song gleichzeitig auf zwei Echo Lautsprechern ausgeben lassen. Als Multi Room System lassen sich Echo Lautsprecher also nicht benutzen.

Etwas anders ist das bei Google Home. Hier lassen sich mehrere Home Lautprecher miteinander gruppieren, so dass Musik synchron auf verschiedenen Home Lautsprechern abgespielt werden kann, auch über verschiedene Räume hinweg. Auch Chromecast Systeme können hierbei einbezogen werden. Ob man jedoch aus zwei Google Home Lautsprechern ein Stereopaar machen kann ist unklar. Hinweise dafür konnte ich bisher nicht finden, weshalb ich dies nicht annehme.

Gewinner: Google Home

Zusammenarbeit mit Stereo Anlagen und Hifi-Systemen

Ob Google Home oder Amazon Echo, beide Anbieter wissen wohl sehr genau, dass sie mit ihren Geräten nicht mit hochwertigen Lautsprechern konkurieren können. Deshalb bieten auch beide Hersteller unterschiedliche Arten der Zusammenarbeit mit hochwertigen Stereo-Systemen an.

Google empfiehlt hierbei den hauseigenen Chromecast, der an eine HiFi-Anlage angeschlossen sein muss. Ist dies der Fall, kann Musik über den Chromecast auf dieser Anlage ausgegeben werden.

Deutlich interessanter finde ich die Möglichkeiten von Amazon Echo in dieser Hinsicht. Zum einen kann man den kleinen Echo, also den Amazon Echo Dot, mit einem Audiokabel oder per Blutooth mit eigenen Lautsprechern oder der eigenen Stereo Anlage verbinden. Ja nach vorhandenem Stereo Equipment steht auf diese Art und Weise quasi sofort hochwertiger Stereosound aus dem Amazon Echo Dot zur Verfügung.

Amazon Echo Dot an einem Receiver angeschlossen
Amazon Echo Dot an einem Receiver angeschlossen

Persönlich noch interessanter finde ich aber die kommende Zusammenarbeit zwischen Amazon und Sonos, über die ich bereits berichtet habe. Denn machen wir uns nichts vor, wenn es um hochwertigen HiFi-Sound und modernes Musikstreaming geht, führt kein Weg an Sonos Systemen vorbei. Ich hatte in der Vergangenheit Gelegenheit, die Sonos Systeme Sonos Play:1, Sonos Play:5 und Sonos Connect zu testen, und kann sie allesamt wärmstens empfehlen.

Bei dieser Zusammenarbeit wird man mit einem Amazon Echo ganz einfach per Sprachbefehl die verschiedenen Sonos Smart Speaker steuern können. Für mich als Sonos Fan ist diese Möglichkeit ganz besonders interessant, da so allerhöchste Audioqualität gewährleistet wird.

Gewinner: Amazon Echo

Entwicklungsstand

Da sowohl Google Home als auch Amazon Echo ihre Veröffentlichung in Deutschland noch vor sich haben, kann man über den Entwicklungsstand der Geräte noch nicht so viel sagen. Allerdings hat Amazon gegenüber Google natürlich einen gehörigen Entwicklungsvorsprung, da der Amazon Echo in den USA bereits im November 2014 veröffentlicht wurde.

Somit ist Amazon seinem Konkurrenten Google fast zwei Jahre voraus. Amazon hatte also schon gehörig Zeit, um die Software zu verbessern und auf das Feedback seiner Kunden zu reagieren. Einen solch großen Entwicklungsvorsprung darf man nicht unterschätzen.

Zudem erhält Amazon Echo permanent neue Skills (Fähigkeiten), welche immer mehr Anwendungsmöglichkeiten bieten.

Gewinner: Amazon Echo

Design und Ästhetik

Obwohl es bei Geräten wie dem Amazon Echo und dem Google Home in erster Linie um die integrierte Intelligenz aus der Cloud geht, spielt die Optik natürlich trotzdem eine große Rolle. Beide Geräte sollen fester Bestandteil der Wohnung werden und müssen sich dort entsprechend gut in das Gesamtbild einfügen lassen.

Dadurch, dass beide Geräte mit Mikrofonen und Lautsprechern arbeiten, können diese persönlichen Assistenten auch nicht hinter einer Schrankwand verschwinden. Home und Echo müssen also relativ prominent im Zimmer aufgestellt werden, damit man mit ihnen aus jedem Winkel gut interagieren kann. Form, Farbe, Größe und Benachrichtigung-LEDs sind also auf keinen Fall zu vernachlässigen und können darüber entscheiden, ob man sich ein solches Gerät zulegt.

Der Amazon Echo ist ein relativ nüchtern wirkender Zylinder, ohne besondere Ästhetik. Das funktionelle und einfache Design des Echo wirkt wahrscheinlich auf niemanden abschreckend, ist allerdings auch kein wirklicher Hingucker. Durch sein eher technisches Äußeres passt der Echo am besten in die Nähe anderer elektronischer Geräte, wie zum Beispiel der HiFi-Anlage. Auch in der TV-Ecke dürfte der Echo optisch gut aufgehoben sein.

Ganz anders wirkt das Pendant von Google. Hier hat man sich offenbar etwas mehr Gedanken um das Design gemacht. Man hat verstanden, dass ein solches Gerät als fester Bestandteil der Wohnung ein besonderes Design benötigt. Google Home wirkt mit seinen eleganten runden Formen etwas wie eine Blumenvase und kann tatsächlich überall in der Wohnung aufgestellt werden, ohne störend zu wirken. Google Home wirkt nicht wie ein Lautsprecher, sondern mehr wie ein dekorativer Einrichtungsgegenstand.

7 verschiedenefarbige Bases für Google Home
7 verschiedenefarbige Bases für Google Home

Als besonderes Schmankerl kann die untere Base des Google Home leicht ausgetauscht und somit in der Farbgebung verändert werden. Insgesamt stehen Bases in 7 verschiedenen Farben zur Verfügung. Somit ist der Google Home nicht nur aufgrund seiner Form deutlich flexibler als der Echo, sondern auch aufgrund seiner Farben. Egal welchen Wohnstil man bevorzugt, Google Home dürfte in jede Wohnung leicht zu integrieren sein.

Gewinner: Google Home

Kommunikation und Ansprache

Beide Geräte befinden sich permanent in einem Lauschmodus und warten darauf, dass man sie mit dem jeweiligen Aufwachwort anspricht. Erst dann können sie aktiv werden. Alles was man nach dem Aufwachwort sagt, wird von diesen Geräten aufgezeichnet und ins Internet übertragen. So weit so gut, dieses Prinzip ist bei beiden Geräten gleich.

Nicht gleich (natürlich nicht) ist jedoch das jeweilige Aufwachwort, auf das die Geräte warten. Google Home spricht man mit dem Aufwachwort “OK, Google” an, während Amazon Echo mit dem Wort “Alexa” geweckt wird. Alternativ kann man beim Echo auch noch die Worte “Echo” oder “Amazon” als Aufwachworte in der App einstellen.

Wenn nun jemand denkt, dass dieses Aufwachwort keine große Rolle spielen würde, muss ich widersprechen. Denn bei der Kaufentscheidung spielt neben den ganzen technischen Werten auch immer ein gewisses Gefühl eine Rolle.

Amazon hat es anders als Google sehr viel besser verstanden, dass die Intelligenz aus der Cloud eine zutiefst persönliche Geschichte ist, und deshalb auch unbedingt einen Namen benötigt. “OK, Google” ist aber kein Name.

Ich finde es sehr viel schöner, ein solches Gerät mit dem Aufwachwort “Alexa” anzusprechen, als mit “OK, Google”. Und ich glaube tatsächlich, dass ich nicht der einzige potentielle Benutzer eines solchen Assistenten bin, der so denkt.

Selbst wenn man dieses Aufwachwort beim Google Home irgendwann einmal beliebig ändern könnte, worauf es derzeit jedoch keinen Hinweis gibt, so wird in jedem Produktvideo doch immer “OK, Google” zur Ansprache verwendet. Das klingt für mich viel zu technisch und zu sehr nach Nerd.

Ich meine, wer hat schon Lust, jeder Frage und jeder Anweisung ein “OK, Google” voranzustellen? Ich zumindest nicht. Stattdessen einen Namen wie “Alexa” zu verwenden, wirkt sehr viel persönlicher und versprüht eine wichtige Portion Charme, deren Notwendigkeit Google offenbar übersehen hat.

Wie die deutsche Stimme von Alexa klingen wird, haben wir übrigens bereits in einem separaten Artikel bereits vorgestellt.

Gewinner: Amazon Echo

Intelligente Kommunikation

Beiden Geräten kann man per Sprache Fragen stellen und Anweisungen geben. Typische Beispiele hierfür sind “Wie wird morgen das Wetter”, “Spiele mir den Song Smells Like Teen Spirit von Nirvana”, “Was steht heute in meinem Kalender?”, “Schalte das Licht an”, und so weiter. Solche und ähnliche Beispiele gibt es mittlerweile zur Genüge.

Während Amazon Echo, nach all dem was man bisher weiß, vordefinierte Phrasen benötigt, um richtig zu reagieren, geht Google Home noch einen kleinen Schritt weiter und kann bestimmte Dinge in einen Kontext stellen. Auf der letzten Google Veranstaltung konnte man dafür ein Beispiel sehen.

Der Moderator fragte Google Home nach dem echten Namen der Musikerin Adele und Google Home gab die korrekte Antwort. Dann fragte er im Anschluss an diese Frage, wie viele Grammys sie bisher gewonnen hat. Auch hier gab Google Home wieder die richtige Antwort. Google Home wusste also, dass sich die Anschlussfrage auf die erste Frage bezog und konnte das Wort “sie” in den richtigen Kontext setzen, wusste also, dass mit “sie” auch wieder Adele gemeint war. Das war schon beeindruckend.

Nach all dem was man bisher weiß, scheint mit Google Home eine etwas natürlichere Kommunikation möglich zu sein, als mit Amazon Echo. Um dies abschließend einschätzen zu können, bedarf es allerdings eigener Test. Denn die eine Sache sind Präsentationen und Versprechen der Hersteller auf großer Bühne, die andere Sache sind persönliche Erfahrungen. Leider können hier in der Praxis Welten dazwischen liegen.

Darüber hinaus darf man auch nicht vergessen, dass auch Google noch den schweren Schritt vor sich hat, seinem Assistenten Deutsch beizubringen. Was in englischer Sprache vielleicht schon gut funktioniert, muss nicht automatisch auch in unserer Sprache so sein. Hier muss man also abwarten.

Gewinner: längerfristig eventuell Google Home

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Preis

Der große Amazon Echo wird in Deutschland zum Start 179,99 Euro kosten. Der kleine Echo Dot wird für 59,99 Euro zu haben sein.

Google Home kommt in den USA im November 2016 auf den Markt und wird dort 129 US-Dollar kosten. Bisher gibt es noch keinen Euro-Preis und auch noch kein genaues Veröffentlichungsdatum für Deutschland.

Vergleicht man den großen Amazon Echo mit Google Home, so wird Google Home preislich wohl einiges unter dem Amazon Echo liegen.

Gewinner: Google Home

Zukunftsaussichten

Die Zukunftsaussichten dürften für beide Systeme ausgezeichnet sein. Die große Zeit solcher persönlichen Sprachassistenten kommt erst noch und beide Hersteller haben eine exzellente Basis aufzuweisen.

Google Home

Inbesondere dann, wenn man ohnehin schon ständig die vielfältigen Google Dienste nutzt und mit einem Android Smartphone unterwegs ist, hat Google bereits ein großes Wissen über den betreffenden Benutzer.

Diese Datenbasis in Kombination mit dem Google Assistant und Googles Wissensdatenbank, dem Knowledge-Graph, ist sicherlich von Vorteil, um den persönlichen Assistenten Google Home noch genauer auf den Benutzer abzustimmen und noch bessere Ergebnisse liefern zu können.

Amazon Echo

Auch Amazon hat mit seiner Entertainment Welt bereits sehr gute Voraussetzungen geschaffen. Inbesondere in Verbindung mit Amazon Fire TV, Amazon Prime, Prime Video und Prime Music ist hier vieles für die Zukunft denkbar.

Zudem hat Amazon, wie bereits erwähnt, einen gehörigen Entwicklungsvorsprung, den man nicht unterschätzen sollte.

Beide Hersteller arbeiten bereits von Anfang an mit einigen namhaften Smart Home Herstellern zusammen, so dass die Integration in das Smart Home mit beiden Herstellern gut funktionieren sollte.

Allerdings wird Google es sehr schwer haben, in dieser Hinsicht mit Amazon Echo schritt zu halten. Durch die Amazon Skills, erhält Echo permanent neue Fähigkeiten, bei denen Google erst einmal nachziehen muss. Das wird sicherlich schwer.

Aber Google scheint recht ehrgeizig zu sein und wird sicherlich alles dafür tun, um hier längerfristig nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Gewinner: ausgeglichen

Amazon Echo und Google Home im tabellarischen Vergleich

ModellGoogle HomeAmazon Echo
Preisca. 130 Dollar, noch kein Euro Preis bekanntca. 180 Euro
In Deutschland verfügbarangeblich Frühjahr 201726. Oktober 2016
Reagiert auf die Stimmejaja
Wartet immer auf sein Aufwachwortjaja
AufwachwortOkay GoogleAlexa, Echo, oder Amazon
Musik Streaming DiensteGoogle Play Music, YouTube Music, Spotify, Pandora, iHeartRadio, TuneIn, weitereAmazon Prime Music, Spotify, Pandora, iHeartRadio, TuneIn, weitere
Smart Home PartnerNest, SmartThings, Philips Hue, IFTTTWeMo, Philips Hue, Innogy, tado°
Anpassbares Gehäusejanein
Ausgang zu HiFi-Anlagenja, über ChromecastAmazon Echo nein, Amazon Echo Dot ja über Audiokabel oder Bluetooth.
Zusammenarbeit mit Sonos geplant
Multi-Room Eigenschaftenjanein, aber Zusammenarbeit mit Sonos Sytemen geplant
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Gesamtsieger

Welchem persönlichen Assistenten soll man nun also den Vorzug geben? Wer ist der Gesamtsieger? Ist es die elegante Blumenvase aus Mountain View oder der technische Zylinder aus Seattle?

Nun, insbesondere hierzulande, wo wir bisher weder das eine noch das andere Produkt zum Zeitpunkt dieses Artikels selber testen konnten, ist das schwer zu sagen. Von allem was wir bisher über die beiden Geräte wissen, dürfte Amazon Echo zum Start deutlich mehr Fähigkeiten haben, als Google Home. Dafür ist Google Home allerdings das optisch schönere Gerät und lädt eher dazu ein, die Wohnung mit solch einem Geräte auszustatten.

Persönlich bin ich darüber hinaus auch noch ganz besonders zwischen beiden Welten hin und her gerissen, da ich zum einen großer Freund von Google bin und viele Google Dienste nutze, aber zum anderen auch begeisterter Nutzer von Amazon Fire TV und dem Amazon Prime Universum bin.

Allerdings lege ich bei einem solchen Gerät sehr großen Wert auf die Fähigkeiten in Sachen Musik und würde mich alleine schon durch die angekündigte Zusammenarbeit zwischen Amazon Echo und Sonos für den Amazon Echo als Gesamtsieger entscheiden. Deshalb habe ich auch eine Einladung für einen Amazon Echo angefordert.

Diese Entscheidung treffe ich natürlich völlig subjektiv und in Anbetracht meiner vorhersehbaren Nutzung. Längerfristig könnte es durchaus sein, dass Google Home aufgrund der starken Google Power und des neuen Google Assistant das flexiblere Gerät werden wird. Aber niemand kann das zum derzeitigen Zeitpunkt vorhersagen.

Darüber hinaus ist es natürlich so, dass sich beide Geräte ständig weiterentwickeln werden. Der Vorteil für den Kunden liegt hierbei darin, dass diese Entwicklung in der Cloud stattfinden wird, wo die Intelligenz dieser Assistenten sitzt. Die Geräte an sich sind letzten Endes ja nur relativ unspektakuläre Lautsprecher mit Mikrofonen, die nicht ständig erneuert werden müssen.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wohin uns diese Entwicklung führen wird. Sobald ich den Amazon Echo erhalten und ausführlich getestet habe, werde ich an dieser Stelle auf jeden Fall einen Testbericht veröffentlichen.

Letzte Aktualisierung am 20.05.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API